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Tinnitus

Tinnitus besser verstehen

Etwa 14 Millionen Menschen in Deutschland haben damit Erfahrungen – rund 3 Millionen leiden darunter:
Ohrgeräusche – Ohrensausen – Tinnitus

Tinnitus – was ist das?
Als Tinnitus bezeichnet man alle Formen von Ohrgeräuschen, die ein Mensch hört, ohne dass ein äußeres Schallsignal vorliegt.
Viele Patienten kennen Ohrgeräusche, denn Ohrgeräusche treten eigentlich bei allen Menschen spontan und für kurze Zeit auf.
Vom Tinnitus (tinnere = klingeln (lat.) spricht man erst, wenn die Geräusche regelmäßig oder auch über einen längeren Zeitraum auftreten.

 Viele Betroffene sind dem Tinnitus hilflos ausgeliefert. Die Geräusche im Kopf verwirren sie und machen ihnen Angst.

Ursachen für Tinnitus können sein: Lärmschäden, Hörsturz, Halswirbelerkrankungen, Morbus Menière, Zahn-Kiefer-Bereich, um nur einige zu nennen.

Viele der Betroffenen nehmen diese „Qual im Ohr“ mit so starker Intensität wahr, dass sie kein normales privates und berufliches Leben mehr führen können.
Die Qual ist für alle Betroffenen noch gravierender, da andere Menschen das Ausmaß nicht verstehen können.

Tinnitus Retraining Therapie (TRT)

Die Tinnitus Retraining Therapie, in den USA und England entwickelt, setzt nun darauf, den störenden Tinnitus durch Habituationsprozesse aus der Wahrnehmung verschwinden zu lassen, oder ihn in ein unbedeutendes Hintergrundsignal zu verwandeln.
Diese neuen therapeutischen Konzepte, die eine Gewöhnung an das Ohrgeräusch fördern, werden unter dem Begriff Tinnitus Retraining Therapie zusammengefasst.

Tinnitus Retraining Therapie bedeutet Arbeit für die Patienten, aber auch für die Therapeuten.
Es ist eine Tinnitus Therapie, die interdisziplinär aufgebaut ist, d.h. HNO-Arzt, Akustiker und in seltenen Fällen ein Psychologe arbeiten zusammen.

Ein wichtiger Baustein der Tinnitus Retraining Therapie ist das Counseling (Beratung, Aufklärung).
Der HNO-Arzt erklärt dem Patienten ganz genau und ausführlich die Tinnitus Ursachen, Tinnitus Symptome, Maßnahmen gegen Tinnitus und die Tinnitus Retraining Therapie. Er geht ein auf die Fragen, Ängste und die persönlichen Umstände der Patienten, die durch das Counseling auf die Habituation eingestellt werden.

Eine zweite, genauso wichtige Komponente der Retraining Therapie sind die Sanus Noiser.
Sie dürfen nicht mit den Maskern verwechselt werden, die in früheren Tinnitus Therapien eingesetzt wurden. Sanus Noiser sind Geräuschgeräte, die ein weißes Rauschen erzeugen. Als weißes Rauschen bezeichnet man Geräusche, die alle hörbaren Frequenzen in gleicher Lautstärke erfassen. Dieses Rauschen wirkt völlig neutral, während der Tinnitus Spitzen in bestimmten Frequenzbereichen hat und somit wie eine Alarmfarbe wirkt. Der Sanus Noiser arbeitet mit einer Lautstärke, die unter dem Tinnitus liegt. Denn der Tinnitus als Objekt der Habituation muss für das Ohr hörbar bleiben, damit sich das Gehirn darauf einstellen kann.

Durch Elemente der Tinnitus Retraining Therapie werden im Laufe der Zeit die negativen körperlichen und seelischen Reaktionen auf das Ohrgeräusch beseitigt, wie auch die Empfindung des Ohrgeräusches selber. Diese Desensibilisierung führt zu einer verminderten emotionalen Reaktion, zu einem Verlust der Ängste.
Eine erfolgreiche Tinnitus Retraining Therapie gibt dem Patienten das Gefühl des leiser Werdens des Tinnitus, die Präsenz und die Wahrnehmung des Tinnitus gehen zurück.

Kinder und Jugendliche mit Tinnitus

Ohrgeräusche treten bei Kindern häufiger auf als vermutet. Neuere und ältere Studien ergeben, dass immerhin ein Drittel aller befragten Kinder angibt, schon einmal Ohrgeräusche gehabt zu haben. In dieser Altersgruppe ist der Tinnitus häufig ein Symptom für eine entzündliche Ohrerkrankung. Rechtzeitig erkannt und gezielt behandelt verschwinden die Ohrentzündung und der Tinnitus wieder. Eine große Gefahr für das Gehör von Heranwachsenden ist Lärm. Vor allem überlaute Musik kann Tinnitus auslösen, der chronisch, belastend und dadurch zum Problem werden kann. Hier sind in erster Linie die Eltern gefordert, sie sollten ihre Kinder über einen möglichen Gehörschaden durch Lärm aufklären. Überforderung in der Schule, Probleme in der Familie oder Freunden können bei normal hörenden gesunden Kindern und Jugendlichen auch zu Tinnitus führen.

Grundsätzlich lässt sich Tinnitus bei Kindern und Jugendlichen genauso wie bei Erwachsenen mit der Tinnitus Retraining Therapie behandeln, natürlich müssen die Erklärungen und das Counseling altersgerecht angeboten und die Eltern mit einbezogen werden.

Die Heilungschancen sind bei jungen Menschen sehr gut.

Sie sollten aber darauf achten:
Vorsicht bei Disco-Besuchen!
Disco oder Konzert nach dem Geräuschpegel aussuchen, sich nicht direkt vor die Lautsprecher setzen oder stellen, Ohren mit professionellem Gehörschutz von Hörakustiker schützen.

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