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Lärm an Schulen – eine gesundheitliche Belastung für die Lehrer?

Lärm an Schulen – eine gesundheitliche Belastung für die Lehrer?

Der Lärmpegel in Klassenzimmern ist generell zu hoch. Neben baulichen Mängeln und dem Verhalten der Schülerinnen und Schüler macht der Fluglärm an exponierten Schulen den Lehrkräften zusätzlich zu schaffen. Laut der jüngsten Norah-Kinderstudie beurteilte die Mehrheit der Lehrer die Belastung des Unterrichts durch Fluglärm mit „sehr hoch“. Dieser Lärm beeinträchtigt die Gesundheit der Lehrkräfte und senkt die Qualität des Unterrichts erheblich. Jetzt gibt es Abhilfe: ein neuer Gehörschutz, der das Hörsystem schützt.

Quelle: shutterstock / wavebreakmedia

Jeder Arbeitstag wird zur Tortur

Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sind in der Schule meist einem Lärmpegel von 60 bis 80 Dezibel (dB) ausgesetzt. Glatte Wände und Decken der Klassenzimmer sind eine der Ursachen für diesen hohen Schallpegel, in den meisten Klassenräumen ist auch heute noch keine oder nur unzureichende Schalldämmung vorhanden. Ein leeres Klassenzimmer sollte so gedämmt sein, dass ein Ruhepegel von 45dB nicht überschritten wird. Ein anderer Grund ist die steigende Lärmbelästigung durch Fluglärm an hessischen Schulen. Fluglärm kann den Schallpegel teilweise auf 70 bis zu über 80 Dezibel ansteigen lassen. Doch nur bis zu 45 dB kann überhaupt ein normaler Unterricht durchgeführt werden. Ein Lärmpegel, der darüber liegt, führt über kurz oder lang zu erheblichen Konzentrationsstörungen, Erschöpfungszuständen, zu berufsbedingten Hörschäden wie Tinnitus, Hyperakusis und Hörverlust und anderen gesundheitlichen Schäden. Der Lärm beeinträchtigt die Gesundheit von Schülern und Lehrern. Wer schon Probleme mit dem Gehör hat oder an Lärmüberempfindlichkeit, so genannter Hyperakusis, leidet, für den wird jeder Arbeitstag zur Tortur. Doch Hilfe für die Betroffenen ist in Sicht.

Abhilfe durch neuen Gehörschutz

Die Hyperakusis Retraining Therapie macht es möglich, die Hyperakusis, unter der rund 500.000 Deutsche leiden, zu behandeln und diesen Menschen das Leben in geräuschvoller Umgebung erheblich zu erleichtern. Die  bekannte und seit vielen Jahren erfolgreiche Hyperakusis-Retraining-Therapie wird durch einen neuen dynamischen Gehörschutzes ergänzt, der definierte Schallpegel erzeugt. Dabei handelt es sich um die digitale Schalltrenntechnik. Das speziell entwickelte Kombisystem gleicht zusätzlich Hörverluste aus und dämpft Tinnitus und Hyperakusis, außerdem kann es der jeweiligen Geräuschsituation individuell angepasst werden. Der Effekt ist verblüffend: Alles Wichtige, was man hören will und muss, wird dem Gehör zugeführt. Alles, was viel zu laut ist, wird gedämpft. Diese neue Methode kann Lehrkräfte vor den Folgen der zunehmenden Lärmeinwirkung schützen. Ideal ist dieser neue Gehörschutz auch bei Musikveranstaltungen oder gar zu Hause als Lärmschutz bei schnarchenden Partnern.

 „Ich ertrage diesen Lärm einfach nicht mehr!“

Quelle: shutterstock / maridav

Der an Schulen herrschende Lärm ist schon für normal Hörende meist  viel zu laut. Viele Lehrkräfte, aber verzweifeln am Krach im Klassenzimmer, werden physisch und psychisch krank.

Das ist die Folge einer Verarbeitungsstörung im Hörsystem  – einer Überempfindlichkeit des Gehörs – der sogenannten Hyperakusis. Von dieser Erkrankung werden immer mehr Menschen betroffen, was dazu führt, dass schon normale Geräusche des Alltagslebens zu Mißempfindung, Irritation und emotionalem Stress führen können. Lärm aber ist für diese Betroffenen völlig unerträglich, lautes Kindergeschrei kann sogar zu Schmerzempfindung und Aggression führen: „… unerträglich dieser Lärm, ich halte es einfach nicht mehr aus!“

Doch es gibt Abhilfe: Die Hyperakusis Retraining Therapie! Hierbei wird ähnlich wie bei Allergien das Hörsystem wieder desensibilisiert. Ein neuer, unauffällig zu tragender dynamischer Gehörschutz begleitet die Behandlung. Lehrkräfte,  Schülerinnen und Schüler sind in der Schule oft einem Lärmpegel von 65 bis 75 dB(A) ausgesetzt – doch nur bis zu 45 dB(A) kann überhaupt ein normaler Unterricht durchgeführt werden. Ein Lärmpegel, der darüber liegt, führt über kurz oder lang zu erheblichen Konzentrationsstörungen, Erschöpfungszuständen und anderen gesundheitlichen Schäden.

Häufig sind glatte Wände und Decken der Klassenzimmer für den hohen Schallpegel verantwortlich. Glatte Wände werfen den Schall zurück – dadurch hallte es und wird lauter. Wer zudem noch Probleme mit dem Gehör hat, oder an Hyperakusis leidet, für den wird jeder Arbeitstag zur Tortur.

Ein neues Verfahren macht es nun möglich, die Hyperakusis zu behandeln und Menschen mit Hyperakusis das Leben in geräuschvoller Umgebung erheblich zu erleichtern. Dies geschieht durch eine spezielle Hyperakusis Retraining Therapie, bei der  durch einen dynamischen Gehörschutz definierte Schallpegel erzeugt werden. Es handelt sich um die sogenannte digitale Schalltrenntechnik.  Der Effekt: Alles Wichtige, was man hören will und muss, wird dem Gehör zugeführt, alles, was viel zu laut ist, wird herausgefiltert.

Diese neue Methode stellt einen medizinischen Durchbruch dar, um Lehrkräfte vor den Folgen der zunehmenden Lärmeinwirkung zu schützen.

Hyperakusis

Hyperakusis ist immer noch eine recht unbekannte Krankheit, an der in Deutschland ca. 500.000 Menschen leiden. Reaktionen des Erschreckens mit Zu-oder Abnahme des Blutdrucks, Herzjagen, Schweißausbrüche, Trockenheit des Mundes, Schmerzen, besonders im Ohren/Kopfbereich: all dies sind Symptome, die auf eine Hyperakusis hinweisen können.

Diagnose Hyperakusis – das Aus als Lehrerin?

Hilfe durch den Einsatz von Kombisystem möglich

Anfang 30, Lehrerin, mitten in einem Beruf, der Spaß macht, alles läuft gut – und dann: Hyperakusis. Eine Krankheit, die einen erschreckt, die einen panisch werden lässt, denn Hyperakusis ist eine extreme Geräuschüberempfind­lichkeit, die einem das Leben zur Hölle macht. Wie soll man da den geräuschvollen Schulalltag noch bewältigen können? Elke F., eine Lehrerin aus Nordhessen hat einen Weg ge­funden.

Lärm und schlechte Raumakus­tik in Klassenzimmern und Gruppenräumen können zu  berufsbedingten Hörschäden wie Tinnitus, Hyperakusis oder Hörverlus­ten können. In den meisten Klassenzimmern ist auch heute noch keine Schalldämmung vorhanden oder nicht ausrei­chend.

Es ist wissenschaftlich erwie­sen, dass sich diese fehlende oder unzureichende  Schalldämmung negativ auf das Lernverhalten der Schü­ler auswirkt. Zu viel Aufmerk­sam­keit wird auf diese Lärm­quellen gerichtet und die Schüler werden von den Lerninhalten abgelenkt. Ein immer noch unbeachteter Aspekt ist, dass Lehre­rinnen und Leh­rer durch dieses Manko be­rufsbedingt Lärmschwerhörigkeiten, Hy­perakusis und/oder Tin­nitus be­kommen können – dies treibt den Stress der Lehr­kräfte natürlich erheblich in die Höhe.

Ein Beispiel: Die Lärmmessung einer durchschnittlichen 5. Klasse. Hier sieht man deutlich, dass vor allem am Anfang und Ende der schädliche Lärmpegel ab 85 dB überschritten wird.

Doch zurück zu unserer Lehrerin Elke F.. Im November 2012 fing es an: Jedes Geräusch war überlaut, schmerzte, war verzerrt, schrill, traf im Innersten. Hinzu kamen ein beidsei­tiger Tinnitus und ein seitenungleiches Hörvermögen.

Elke F. war verzweifelt. Als Lehrerin war sie natürlich permanent Geräuschen ausgesetzt – und zwar sehr lauten und andauernden. Der Schulgong, das Schreien der Schüler in den Pausen, ein unangenehmer Hall in den Klassenzimmern: „All diese Geräusche hörte ich nicht mehr nur, sondern spürte sie auf unangenehmste und schmerzhafte Art und Weise am ganzen Körper. Ich bekam nahezu Panik! Mein Körper reagierte mit Kopfschmerzen und Verspannungen“, schildert sie diese Zeit. „Auch Stille half nicht, um diesen ganzen un­liebsamen Empfindungen zu entgehen, denn dann meldete sich der Tinnitus mit ganzer Kraft.“ Hinzu kamen die Einschränkungen im privaten Bereich: Kinobesuche, das Ausgehen mit Freunden, Sport etc. – alles wurde zur Qual und zur Belastung, diente nicht mehr der dringend nötigen Erholung.

Der Berufsalltag wird unerträglich

Der Berufsalltag und auch das normale Leben wurden unerträglich. Elke F. wurde krankge­schrieben. Doch insbesondere Hyperakusis wie auch Tinnitus sind als Krankheit immer noch weitgehend unbekannt. Aber Elke F. wollte diese kreischenden und übermächtigen Geräusche in ihrem Kopf un­bedingt wieder loswerden und begab sich auf die Suche nach Hilfe.

Im Internet stieß sie auf die Website der Gabriele Lux Stiftung. Die Stiftung beschäftigt sich mit Hyperakusis, Tinnitus und damit verbundenen Krankheitsbildern. Die Stifterin Gabriele Lux-Wellenhof – vor vielen Jahren selbst an Hyperakusis und Tinnitus erkrankt und mitt­lerweile gesund – hat das Tinnitus Zentrum Frankfurt  aufgebaut. „Ich hatte das Gefühl, hier jemanden gefunden zu haben, der mich verstand, der mir helfen konnte“, sagt Elke F. rückblickend.

Neu entwickeltes Kombisystem hilft und lindert

Hyperakusis kann generell durch eine Rauschtherapie relativ schnell überwunden werden, auch der Tinnitus ist dadurch nicht mehr wahrnehmbar. Das leise, beruhigende Geräusch wirkt dämpfend auf Tinnitus und Hyperakusis.

Quelle: shutterstock / pressmaster

Elke F. bekam ein speziell entwickeltes Kombisystem, das zusätzlich Hörverluste, auch un­ter­schiedliche Hör­verluste, aus­gleicht und Tin­nitus und Hy­perakusis dämpft. Das System kann der jeweiligen Geräuschsituation individuell angepasst werden. Die Symptome der Hyper­akusis und des Tinnitus werden gemildert, Körper und Psyche erholen und entspan­nen sich. Der Stressbelastung sinkt und eine nachhaltige Besserung tritt ein.

Die Kosten werden in den meis­ten Fällen von den gesetzli­chen und privaten Krankenkas­sen übernommen.

Für Elke F. waren Tinnitus und Hyperakusis nicht das Aus für ihre Laufbahn als Lehrerin – wie sie zunächst befürchtet hatte. Das Kombigerät und die damit einhergehende Therapie haben wesentlich dazu beigetragen. „Der Weg ins knapp 100 Kilometer entfernte Frank­furt ist weit für mich. Aber ich nehme ihn gerne in Kauf, da ich weiß, dass ich mit dem Kombige­rät so­wie der individuellen Betreuung  wieder am Berufs- und Alltagsle­ben teilnehmen kann“, sagt die Lehrerin.

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